Lina Sophie

Kinderhospizerfahrung

 

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Im Kinderhospiz wird nicht nur der Körper gepflegt, sondern auch besonders die Seele. Unsere Kinder sind dort kleine Stars......

 

Mein Rückblick auf unseren ersten Kinderhospizaufenthalt war durchaus positiv!

 

Ich weiß aber noch genau, mit welch gemischten Gefühlen ich diese Reise und den Aufenthalt dort plante. Hätte kurz vorher am liebsten wieder alles abgeblasen. War schrecklich aufgeregt und ängstlich zugleich!

Was mich dort wohl erwarten wird, dachte ich nur zu oft!

 

 

Geplant war eine Woche im Kinderhospiz Löwenherz in Bremen Syke. Dies war noch vor unserem Umzug ins Sauerland.

 

Lina ging es zu diesem Zeitpunkt sehr schlecht, sie hatte gerade erst eine Lungenentzündung überstanden. Sie schrie viel und ich war am Ende meiner Kräfte. Luisa freute sich sehr auf den "Urlaub" im Hospiz.

Denn auch Geschwisterkinder sind dort sehr wichtig - "sagte Sie"!

 

Und so war es auch wirklich!

Wir wurden so herzlich empfangen und mir lief ein unbeschreibliches Gefühl durch meinen Körper, als ich spürte mit welch einer Leidenschaft meine Kinder und auch ich aufgenommen wurden. Das tat sooooo gut.

Meine Angst und Skepsis waren direkt verflogen und ich begann von Minute zu Minute mehr Vertrauen aufzubauen.

 

Ich bemerkte, wie gut es doch tat mal ein wenig die hohe Verantwortung für Lina Sophie abzugeben.

Durch die sehr geschulte 1zu1-Betreuung und dem liebevollen Umgang mit Lina, konnte ich den Aufenthalt sehr genießen. Lina tolerierte gut, das andere Personen ihr so nah kamen, was sonst nie geklappt hatte.

Es lag halt Harmonie in der Luft!

 

Lina bekam dort Physiotherapie nach Bobath und KG, wie daheim auch. Brauchte nur ihr Rezept mitbringen. Zusätzlich genoss sie die Kindermassagen, Musiktherapie und die schönen Lesestunden im Kuschelraum. Das Erlebnis im Whirlpool und im Schwimmbad sorgten abends dafür, dass Lina erstaunlich gut schlief!!!

 

Geschwisterkinder werden täglich mehrere Stunden von Pädagogen betreut. Animation, Spiele und Märchenstunde und Ausflüge - altersgerecht abgestimmt. Sogar Reiten wurde angeboten!

Luisa war begeistert.

 

Mit geschulten Personal begann Luisa auch mal aus dem Nähkästchen zu plaudern. Nette Pädagogen haben jederzeit ein offenes Ohr.

 

Ich selbst hatte die Möglichkeit mich mit anderen Eltern auszutauschen. Kam mit anderen Müttern abends bei einem Glas Wein im Elternwohnzimmer zu intensiven Gesprächen. Es tat gut, schließlich saßen wir alle irgendwo im gleichen Boot. Lernte viele tolle Eltern und deren Kinder kennen.

 

Beschäftigte mich aber auch sehr intensiv beim ersten Aufenthalt mit dem Thema Trauer und Tod, weil ich das erste Mal seit Monaten dafür Zeit fand. Auslöser war auch zu diesem Aufenthalt ein kleiner, besonderer Junge. Er hatte soviel Glanz in seinen Augen....jetzt hüpft er schon von Wolke zu Wolke und grinst frech zu uns herunter. Ein STERNENKIND!!!!

 

Gute Bücher, Gespräche mit lieben Menschen halfen mir ein wenig Angst vor Linas Tod zu nehmen.

Es schien alles so einfach und natürlich hier.....so normal waren unsere Kinder hier.

Ja - man konnte es eine Oase für unsere Seele nennen.

Ich wusste, ich werde wieder kommen.

 

Nutze nun vier Wochen im Jahr mit den Kindern solch eine Einrichtung.

Lina blieb auch schon mal ein paar Tage allein dort und ich habe mit meiner Großen ein paar Tage am Meer Urlaub gemacht!

War für beide Kinder toll.

 

Infos findet man im Internet unter dem

Kinderhospiz Löwenherz in Syke http://kinderhospiz.in-syke.de
Kinderhospiz Balthasar in Olpe http://www.kinderhospiz-balthasar.de

 

Weitere Hospize wurden in Deutschland eröffnet, aber persönlich kenne ich nur die zwei!!!

 


 

Rudi Völler im Kinderhospiz

Juni 2008

 

Lina, Luisa, Patrick und ich waren zu dem Zeitpunkt im Kinderhospiz in Olpe um etwas Kraft zu tanken.

Zufällig viel der Besuch von Rudi Völler in unsere Woche. Auch Linas Patentante Anita war zu Besuch bei uns.

 

Etwas Aufregung konnte man im Haus spüren, obwohl Gäste in Olpe nicht selten waren.

Schließlich lebt solch eine Einrichtung hauptsächlich von Spendengeldern.

Für das Personal war ein Gast wie Rudi also nichts Neues, aber für mich!

Die Leitung des Hauses bat uns, an diesem Tag präsent zu sein.

 

Ich hatte gemischte Gefühle. Schließlich hatte ich so einen Besuch nicht jeden Tag!

 

Die behinderten Kinder, die sprechen konnten, übten freiwillig schon Rudi Rudi Rufe.

Es war zu süß, wie kleine Papageien hatten sie es schnell gelernt.

 

Lina schien das Ganze nicht zu interessieren sie schlief schon seit Stunden tief und fest.

 

Luisa wunderte sich.

 

Sie war schon etwas aufgeregt und erfreute sich an den Rufen der Kinder mit ihren süßen "BESONDEREN" Stimmen, wenn sie Rudi riefen.

 

Wir versammelten uns alle im Gemeinschaftsraum bei Kaffee und Kuchen.

 

Ich setzte mich sehr weit abseits, weil ich nicht wusste wie Lina auf diesen Trubel reagierte.

Sie war gerade erst erwacht.

 

Ich saß mit den Mädels auf dem Sofa und beobachtete wie das Fernsehteam mit den Kameras herein schlich ... es ging ruhig zu.

 

Schließlich drehten sie nicht täglich in einem Kinderhospiz!

Sie waren sehr höflich!!

 

Im Schlepp Rudi Völler....klein fand ich ihn, aber ansonsten war er ganz normal.

 

Die Kinder riefen schüchtern Rudi Rudi und er war super lieb zu ihnen.

 

Er verteilte an die Kinder in ihren Rollis und deren Geschwister Kuscheltiere und gab ein sehr kurzes Interview.

 

Anschließend bat er dann das Team den Raum zu verlassen.

 

Sie gingen wirklich, er hatte sie gebeten mit den Kindern und deren Eltern ein paar persönliche Worte allein zu reden, ohne großen Kamerazirkus.

Fand ich total positiv!!

 

Ich war überrascht wie liebevoll er zu den Kindern war.

Er war sehr betroffen.

Er sagte, dass er selbst auch das erste Mal in einem Kinderhospiz sei!

 

Er hielt eine Tasse Kaffee in der Hand und kam nachdem er alle anderen freundlich begrüßt hatte zu uns -in die kleine Ecke auf dem Sofa.

 

Er war sehr gerührt von den anderen Kindern, dass konnte ich deutlich spüren.

 

Luisa sah ihn grinsend an und lief spielerisch an ihm vorbei.

  

Er erkundigte sich sehr interessiert nach Lina, ich sah in gerührte Augen, während ich über Linas Diagnose und ihre Lebenserwartung sprach.

 

Er hatte keine Berührungsängste und streichelte Lina.

 

Längst hatte er seinen Kaffee zur Seite gestellt....er war viel zu betroffen um jetzt Kaffee zu trinken.

 

Er war wahnsinnig herzlich!!

 

Er sagte liebe Worte und verabschiedete sich sehr freundlich von uns Müttern und unseren Kindern.

 

Ich war beeindruckt!!

 

Lina und Luisa weniger....sie fanden ihn ganz normal!!

 

Aber für mich als Erwachsene war es eine neue Erfahrung festzustellen, dass selbst Menschen, wie Herr Völler hier im Hospiz einfach "EINFACH" waren.

 

Kein Geld der Welt kann unseren Kindern helfen, aber es kann uns helfen unseren Kindern die Zeit bei uns auf Erden so liebevoll und sorgenfrei zu gestalten!!

 

Das Kinderhospiz hat Lina und uns ein Zuhause über viele schwere Tage bereitet.
Immer und immer wieder!!

Ich war acht mal in solch einer Einrichtung in der Zeit mit Lina Sophie.

 

Ohne diese Tage wäre vieles nicht möglich gewesen....

 

Ich würde mich freuen, wenn der eine oder der andere darüber nachdenkt vielleicht auch mal eine Spende zu geben ... selbst ein Wenig - kann viel sein!!